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kommisarischer Schulleiter und langjähriger Kollege Herr Jürgen Woelke: Abschied von Jürgen Woelke
Am 2. Juli 2004, vorschriftsgemäß nach der 6. Stunde, hatte Jürgen Woelke anlässlich seiner Pensionierung zu einer Abschiedsfeier ins Lehrerzimmer des Containerdorfs einge-laden. Hier gab ihm nicht nur das aktuelle Kollegium die Ehre, sondern auch Vertreter der Stadt, Vertreter der Schü-ler- und Elternschaft, ehemalige Schüler, pensionierte Kol-legen, Freunde und Weggefährten - lauter Personen, mit denen er, nach eigener Aussage, gut und gern zusammenge-arbeitet und -gelebt hat.
Im überfüllten Lehrerzimmer gab es ein buntgemischtes Programm mit Reden, Gedichten, Ge-sang und einer Theaterszene. In den Reden wurden die jahr-zehntelangen großen Verdienste Jürgen Woelkes um die Schule, als stellvertretender bzw. kommissarischer Schullei-ter, in ernster und/oder heiterer Form gewürdigt; Höhepunkt war die Verleihung des Goldenen Stadtdukaten durch den Bürgermeister Paul-Gerhard Schmitz. Nach der offiziellen Feier gab es im Foyer ein opulentes warm-kaltes Büffett,
das Frau Elisabeth Woelke mit der Suppenkelle eröffnete. Eine Combo lieferte lässige Hintergrundsmusik dazu.
Abschiedsrede des Herrn Kugelmeiser:
Abschied von einer Ära – und auch Abschied vom Container ...
Die Bildungsanstalt Moltkestraße, geschichtsgeprägt in höchstem Maße, sah Schüler kommen, Schüler gehen, zumeist nach Abitur-Bestehen.
Mit ihnen sind dahingezogen natürlich auch die Pädagogen, vor allem jene Renommierten, die diese heile Welt regierten.
Dem Zeitenwechsel, permanenten, erlagen auch die Co-Regenten, die unter Jaeger, Schönrath jobten und durch die Aktenberge robbten. Solch Laborieren, unausweichlich, gab es auch unter Reichel reichlich und blieb auch Co-Regenten-Mode in Elbrachts kurzer Episode.
Vom "Muß i denn" verschont wird keiner, denn heute geht mal wieder einer, der unter wechselnden Piloten dem Zahn der Zeit die Stirn geboten; doch dieser Zahn, was wir beklagen, tat leider nun auch ihn benagen.
Ein Hauch von Wehmut uns umweht, wenn jetzt auch Jürgen Woelke geht. Er kam zu uns als junger Spund, voll Energie und kerngesund. Doch fern liegt jeglicher Verdacht, dass ihn die Schule krank gemacht. Ihm brachte keineswegs Verdruss die Arbeit eines Sisyphus, die er bewirkte lange Zeit mit Tatkraft und Bescheidenheit, diskret, dieweil sein Amtsgenosse schon spähte nach der nächsten Sprosse.
Getreu er seine Dienste bot, und wenn auch nur als Co-Pilot, wobei ihn trösten mag Sankt Peter: der Papst ist auch nur Stellvertreter...
Jedoch Geschichte seiner Stadt im "Hauptamt" ihn beflügelt hat ; er ward - für künftige Berichte - jetzt selber Schul- und Stadtgeschichte...
Nun denkt man wohl, es sei zu schad der Jürgen für das Pensionat. Wo kann er weiter sich entfalten? Wo kann er geistig frisch sich halten? Dem Glücklichen schlägt eine Stunde: der Morgen in der Fröschopp-Runde, die Premiere der Karriere im Hohen Rat der Pensionäre.
Dem Moltkestraße-Schul-Gevölke kommt schon Ersatz für Jürgen Woelke, denn kopflos bleibt die Schule nicht. Sie braucht wen, der das Machtwort spricht. Sie kommt samt ihrem Inventare mal wieder in die Wechseljahre. Nach Schulmonarchen, Empereuren, nach Direktoren und Dompteuren verleiht der Schule neuen Glanz jetzt feminale Dominanz. Das Vaterrecht starb hochbetagt. Matriarchat ist angesagt.
Einst Jungenschule, fast Kaserne, doch offen auch für die Moderne, erfährt der Bau am Busch der Hexen nun einen Wandel, sehr komplexen. Ein bisschen schon die Erde bebte, wenn Hermann Meyer dies erlebte (beziehungsweise überlebte ...).
Doch bei Personen bleibt es nicht: Der Bau verändert sein Gesicht! Wie einstmals schon zu Jaegers Zeiten der Stellvertreter musste leiten, indem der Neubau frisch erstand und Bauaufsicht bei Schönrath fand, so mußte diesmal Woelke schuften und diesen Neubau prompt entduften, denn plötzlich leider wurde sie zum schlimmen Pflichtfach, die Chemie!
Man zog, da dort die Luft war reiner, in die Container... Nun strahlt die Schule frisch und rein. Mit einer Frau zieht Farbe ein. Nach kaiserlichem Backsteinbau und Schönraths Sinfonie in Grau bestimmt jetzt Farbe eine Frau. Was einst lag dunkel, strahlt jetzt hell am Hexenbusch in Pink-Pastell; gestylt im Touch moderner Schneider erstrahlen Moltkes neue Kleider.
Mögen die neugefärbten Seiten nicht andre auch zu "Kunst" verleiten: schon seh ich flotte Sprüche spritzen die nächtlichen Graffiti-Fritzen. Oft birgt sich hinter einer Stirn ein simplo-deformiertes Hirn ...
Wohlan denn: Abgang und Debut, und dies nicht nur in Bellevue. Denn das Berliner Schauspiel hat ein Nebenspiel in unsrer Stadt. Nur dass ein Mann folgt auf den Rau. Hier folgt auf Woelke eine Frau - was manche sehen positiver und je nachdem auch progressiver und als ein freundliches Geflirtel im Gummersbacher Preußenviertel ...
Fest steht beim Dirndl und beim Knaben, dass sie noch eine Zukunft haben. Wir wünschen beiden Kraft und Mut. Drum Gott befohlen! Und macht´s gut!
Clemens Kugelmeier
Abschiedrede des Herrn Fischbach: Ein Urgestein verlässt unsere Schule Lieber Jürgen,
nun ist es soweit, du verlässt mit dem 31.07.2004 unsere Schule, um in das glückliche Daseins eines Pensionärs überzuwechseln. Aber so ist das ja überhaupt nicht, liebe Anwesende. Er ist dann kein Pensionär, sondern immer noch in Altersteilzeit. In den wohlverdienten Ruhestand wird er erst in 1 ½ Jahren eintreten. Ich weiß also gar nicht, ob diese Feier zu diesem Zeitpunkt hier überhaupt rechtens ist!
Trotzdem hatte Jürgen Woelke den Mut, sich über diesen rechtsfreien Raum hinwegzusetzen und mit uns zu feiern. Dies kennzeichnete halt sein Wesen:
Als Lehrerpersönlichkeit war er eine anerkannte Kompetenz, die Schüler empfanden ihn als fair und gerecht, er „fuhr“ eine klare Linie, war jedoch auch kompromissbereit.
Als Kollege immer dem gesunden Menschenverstand zual-lererst verpflichtet, flexibel im eigenverantwortlichen Den-ken, ideenreich, kreativ und pragmatisch. Dies waren Cha-raktereigenschaften, die ihn an unserer Schule so beliebt machten. Und diese waren auch notwendig. Welch sensibles Händchen brauchte er damals für einen Stundenplan! Jürgen Woelke hat diesen über 20 Jahre lang erstellt. Tausende farbenprächtige magnetischen Steinchen wurden hin- und hergeschoben, und man konnte es kaum glauben: am Schluss war der Stundenplan dann fertig. Allerdings, für Jürgen Woelke gab es nie ein endgültiges „fertig“, er blieb nicht stehen, er war immer unruhig im Denken, hat in Kollegen immer den Menschen gesehen. Waren Änderungen im Stun-denplan notwendig, die begründet waren, so hatte er immer ein offenes Ohr für diese Kollegen und nahm, was seine Arbeitszeit betraf, auf sich selbst keine Rücksicht. Hatte er allerdings den Eindruck, dass jemand nur auf seinen Vorteil bedacht war, so konnte und wollte er auch klar und bestimmt reagieren.
Fast 1 ½ Schuljahre leitete er die Schule. Wo immer es ging, zeigte er eine partnerschaftliche Personalführung bei Schülern wie bei Kollegen. Die Schule fühlte sich unter Jürgen Woelke gut geführt, gut betreut, ja, einfach wohl.
Auch als Stellvertreter war er immer gesprächsbereit, kom-promissbereit, tolerant, umsichtig und beliebt.
Dazu hatte er ein Gespür für Neuerungen und ein phantas-tisches Organisationstalent. Neuerungen soll hier nicht heißen „Vorgegebenes“, sondern etwas, was in der „Krea-tivschmiede“ eines Jürgen Woelke entstanden war. Als Sportlehrer hat er jahrelang und mit Erfolg Schulmannschaf-ten im Schwimmen und Tischtennis betreut und hauseigene Tischtennisturniere organisiert. Er erfand Großveranstal-tungen wie den „Akademischen Tag“ und die Berufsin-formation für Berufsanfänger (aus der Praxis in die Pra-xis). Diese Veranstaltungen wurden auch kreisweit ge-schätzt. Zu vergessen ist auch nicht die Organisation des Berufspraktikums.
Als interessierter Historiker war er immer der Tradition, aber auch den Neuerungen verpflichtet. So war es für ihn selbstverständlich, sich um unser Archiv zu kümmern und dieses zu hegen und zu pflegen – unser Archiv braucht sich neben den Kreis- und Stadtarchiven nicht zu verstecken. Darüber hinaus beteiligte er sich federführend an der Fixie-rung von Schulgeschichte. Er war und ist einer der fleißigs-ten Schreiber für SCHWARZ auf WEISS und er war Redakteur bei den beiden Schulchronik-Bänden von 1984.
In fünf Jahren feiert das Gymnasium Moltkestraße 100 Jahre Abitur. Das Kollegium verspürt an dieser Stelle schon jetzt, wie viel Arbeit auf uns zukommt, wenn wir den Standard eines Jürgen Woelke erreichen wollen.
Lieber Jürgen Woelke, die Schule täte gut daran, wenn sie deinen Hang zu Historie und Tradition weiter verfolgen würde, nur sehe ich hier im Augenblick Lücken, die in die-sem Bereich nicht zu schließen sind. Der Mensch braucht Geschichte zur Identifikation! Vielleicht hilfst Du uns ja an dieser Stelle noch etwas??!!
Auch der Schulbau und seine Gestaltung waren ihm immer ein ganz wichtiges Anliegen. Man muss sich dort wohlfüh-len, wo man lebt, war seine Devise. Dies setzte er konse-quent um. Der Hexenbusch als Schulhof für die Schüler, das Schülercafé und dessen Begrünung, das Verschönerungs-team, zusammengesetzt aus Eltern, Schülern und Lehrern, die enge Zusammenarbeit mit der Kunst und der Musik und deren Unterstützung in allen Bereichen (Auf welcher Kunst-ausstellung war er nicht? Welches Museum in Köln kennt er nicht? Welche Musikveranstaltung hat er nicht unterstützt?).
Auch unser Aushängeschild, der Kasten „Im Gespräch“, wurde von ihm initiiert und nunmehr im 13. Jahr kreativ und umsichtig geführt.
Neben der Schule im Innenbereich schaute er weit über diese hinaus. Er war reise- und abenteuerlustig, war bereits auf allen Kontinenten, kennt nahezu alle Staaten Europas und der USA. Obwohl kein Anglist, hat er sich der „Erweiterung des Hori-zonts“ immer verbunden gefühlt. Er war Mitbegründer des Austauschs mit den USA und hat jahrzehntelang den Aus-tausch mit West-Covina in Kalifornien erhalten und gestal-tet. Wie wichtig ein solcher Austausch zur Charakterbildung ist, kann nur jemand ermessen, dessen Kind daran teilneh-men durfte.
Daneben fand er auch noch Zeit, sich für die Stadt Gum-mersbach zu engagieren als Stadthistoriker, Mitglied des Partnerschaftskomitees mit La Roche und aktives Mit-glied im Bürgerverein. Es sah immer eine enge Verbindung zwischen Stadt und Schule. Ortsverbundenheit als Gum-mersbacher und die Liebe zu unserer Schule und Stadt waren bei ihm eine Herzangelegenheit.
Als ich Jürgen Woelke einmal fragte, was ihn in seinem Leben geprägt habe, nannte er die große Freiheit im Eltern-haus, seine Schulzeit ohne jede Repression in Bergneustadt, die großartigen Professoren in Göttingen und Bonn, sein Jahr in Berkeley/Kalifornien (1968), seine Schüler und Kol-legen und, kann man es schöner sagen, Frau Woelke, Cha-rakter, Moral und Kultur seiner Frau.
Ein Urgestein verlässt unsere Schule – so habe ich diese Rede überschrieben. Jetzt am Ende wissen wir alle, warum man dies mit Fug und Recht so sagen kann, darf und muss.Für all das, was Du für die Schule getan hast, können wir nur ein lautes DANKE, Jürgen Woelke! sagen und hoffen, dass wir wenigstens dazu in der Lage sein und die Kraft dazu besitzen werden, Teile deines Werkes weiterzuführen.
Bleibe uns bitte mit deinem Organisationstalent und deiner Kreativität erhalten. Das wünschen wir uns.
Die Schule wünscht Dir von Herzen einen schönen Ruhe-stand, viel Muße und Zeit zur Kreativität, zum Leben, zum Genießen. Dabei dürfen natürlich auch eine gute Gesundheit, die Familie und deine liebe Frau nicht fehlen.
Danke, Jürgen Woelke!!!!!!
Gebäudechronik
Unsere Schule von den Anfängen bis heute: Wer hätte das gedacht: Auf dem Grundstück unseres Gymnasiums gibt es seit 245 Jahren ein Schulgebäudeund seit 100 Jahren können wir das Abitur vergeben! Damit ist das Moltke die traditionsreichste Schule des Oberbergischen Kreises. Sie hat zahlreiche, bedeutende Absolventen für Wirtschaft, Kultur, Kunst und Sport hervorgebracht. Diese Entwicklung haben wir für euch in einigen ausgewählten Bildern zusammengestellt:









DAS NEUE SCHULGEBÄUDE
Was bedeutet "DAS NEUE SCHULGEBÄUDE"? Im Jahr 2004 haben wir unser neues Schulgebäude bezogen. Die
alte Schule wurde vollständig entkernt und wieder aufgebaut,
Wände wurden verschoben, Raummaße verändert, zwei Fluchttreppen angebaut und ein neues modernes Farbkonzept verwirklicht.
Die Naturwissenschaften (Biologie,
Chemie, Physik und Informatik) erhielten einen eigenen Trakt. Zwei Physik-, zwei Biologie- und ein Chemieraum bieten auf Grund der neuen Sammlungen erstklassige Lernbedingungen.
Es stehen zwei
Computerräume zur Verfügung. Die Schule ist vollständig vernetzt.
Die Anlage ist auf dem Prinzip eines Terminalserversystems aufgebaut.
Ein
neues Fachraumprinzip für die Fächer Deutsch, Französisch,
Sozialwissenschaften/Politik, Geschichte, Lateinisch, Religion, Erdkunde, Englisch und Mathematik
wurde erstellt. Hier werden kleine Sammlungen installiert, um einen optimalen Unterricht zu
gewährleisten.
Selbstverständlich sind zwei neue Kunsträume, zwei Fachräume für Musik undein weiterer Fachraum für Werken vorhanden.
Das Selbstlernzentrum im Raum 103, die Ruheinseln in den Pausenhallen und das Schülercafe bieten den Schülern Platz zum selbständigen Lernen und Verweilen.In den Pausen stehen zwei Schulhöfe und der Spielplatz Hexenbusch zur Verfügung.


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